Werter Herr Hunzinger, ...von Frank Happel
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Werter Herr Hunzinger, ...von Frank Happel
by: redaktion at 23.01.2012 12:46:53
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abgeschickt von Frank Happel
Werter Herr Hunzinger,
ein Phoenix aus der Asche wars nicht! Ihr gestriger Auftritt bei Günther Jauch. Zumal Sie ihre altbekannte Rolle - Ihre Rolle als halbseidener Seidenkrawattenträger mit der Chuzpe des elitären Elitenkenners und -vertrauten – lediglich in der Lage waren über einige Jahre so zu konservieren, auf dass mit Sendebeginn und Knopfdruck doch wieder nur die alte Leier erklang. Schräg und unmusikalisch wie immer, aber: unverkennbar. Zuzüglich eines, ebenfalls zu erwartenden Intros in eigener Sache: An Scharpings Rausschmiss trifft sie keine Schuld. Sie haben den tapferen Mann damals nur beraten, bezahlt (170.000 D-Mark) und waren halt auch, mit modischem Auge, beim Einkleiden behilflich. War ja nicht zum Anschauen wie der rumlief. Özdemir? Der Mann hatte gebettelt und als Mann der guten Tat weisen sie doch so einem nicht die Tür. Geschadet hats ihm ja auch nicht. Stimmt.
Eingeladen hatte Sie der Jauch zum Thema Causa Wulff. Da darf man ja zuerst mal von einem wirklich glücklichen Händchen der Redaktion ausgehen. Wenns denn ums Verstehen von Zusammenhängen dessen, was zwischen Politik(ern) und Wirtschaft(svertretern) so alles passiert, ist doch längstens unverständlich, warum der Altmeister des Lobbying nicht schon von Anfang dieser Affäre an diverse Talkshow Sesselchen besetzen durfte. Na ja, vielleicht fehlte dem ein und anderen Redakteur der Mut. Es eilt Ihnen schließlich ein Ruf voraus. Auch der, der Kompromisslosigkeit im Ego. Ein Hunzinger verbiegt sich nicht. Das müssen andere, am besten für ihn. Ein Hunzinger weiß um die Notwendigkeit seines Tuns. Wer, wenn nicht er, schafft es die notwendigen Kontakte herzustellen und Anlässe zu organisieren um die, die unser Land einzig nach vorne bringen können, zusammenzuführen. Da sind Figuren wie dieser Schmidt oder dieser kleinkarierte Glaeseker doch nur alberne Stümper. Ergo: Es wird Zeit für ein Comeback. Da ist so eine Jauch-Einladung ein willkommener Blasebalg für die dritte Karriereluft. Sollte man meinen.
Wenn da nur nicht die Absicht des Moderators querschießen würde. Dieser Jauch hatte sich doch tatsächlich vorgenommen, hinter der Causa Wulff das Moralische, das Ethische, das Werteverständnis der Deutschen zu ergründen. Und zack, Herr Hunzinger, waren Sie im falschen Film. Sie, der Verfechter eines Systems der Privilegien und Sonderrechte für eine, am besten von Ihnen selbst ernannte, Elite, der Protagonist des rechtsfreien Raumes für Wenige, sollte nun in philosophisch-ethischer Betrachtung betrachten? Das käme einer Abschwörung gleich. Unzumutbar! Selbst der kleine Beihelfer Kubicki konnte Sie nicht mehr aus Ihrer Überzeugungsisolation befreien. Sie saßen in der Falle. Niemand konnte oder wollte Ihnen folgen. Instinktsicher taten Sie das Richtige. Sie schmollten und schwiegen für den Rest der Zumutung. ‚Oh, das kann er auch‘ dürften sich so einige Kenner des Hunzinger gedacht haben. ‚Er ist reifer geworden‘, vielleicht noch dazu.
Wie eingangs erwähnt: Es war kein Phoenix, der da saß – es war der Hunzinger. Der dem man wünschen darf, dass Künftiges auch weiterhin an ihm vorbeigeht. Dass die hunzingersche Art der Kommunikationslobbyingpublicrelation gerade im Lichte der aktuellen Wulfferei ein neckisches Hinterherlächeln wert ist, mehr aber auch nicht. Ob die Jauch-Redakteure das etwa so gewollt haben?
Nix für Ungut.
Herzlichst![]()
Grafik: p-ffd.de


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